Vortrag
Bildung & Erziehung

Kompetenz statt Qualifikation? Zeitgemäße Zumutungen für Erziehung und Bildung (Abschnitt 2)

Hat die deutsche Bildungstradition abgedankt? Man könnte es meinen. Anglo-amerikanische Konzepte von Qualifikation und Ausbildung dominieren in der aktuellen erziehungswissenschaftlichen Diskussion. Qualifikation von der Kita bis zur Universität wird als wirtschaftlicher Standortfaktor verhandelt. Kann man vom Humboldt'schem Bildungsideal und den damit verbundenen Gedanken zu allgemeiner und spezieller Bildung nur noch mit wehmütigem oder mitleidigem Lächeln sprechen? Prof. Dr. Ulrich Bartosch und Prof. Dr. Guido Pollak stellen die Frage, inwieweit Bildung zur Ware und Erziehung zum Geschäft geschrumpft ist. In ihrem Beitrag auf den Begegnungstagen der MAHLE-STIFTUNG erläutern die Pädagogen die Möglichkeit, einen "Kompetenztheoretischen Bildungsbegriff" zu einer Richtschnur für eine Theorie und Praxis von Bildung und Erziehung zu machen, welche die individuelle Mündigkeit und gesellschaftliche Entwicklung konstruktiv verknüpft. Bildung läßt sich dann als Kompetenz im Umgang mit Unsicherheit begreifen. Originäre pädagogische Perspektiven der Menschen-Bildung können damit ihre Bedeutung gegenüber dem dominanten Mainstream der Nützlichkeitsbestimmung von Qualifikationsprozessen verteidigen.
Der gemeinsame Beitrag von Prof. Dr. Ulrich Bartosch und Prof. Dr. Guido Pollak wird in zwei Teilen eingebracht, die Sie insgesamt oder in ihren beiden Abschnitten besuchen können.